Das 25jährige Gründungsfest wurde erst in 1895 gefeiert, da die Ehrenabzeichen für 25jährige Mitgliedschaft erst in 1895 zur Verfügung standen und wie es im Protokoll heißt, „die Mittel zur Veranstaltung noch nicht aufgebracht werden können.“

Mit ihren festlich geschmückten Fahnen waren die Kameraden aus Dießen, St. Georgen, Herrsching, Krailing, Unering, Pähl, Starnberg, Widdersberg, Erling, Wildenroth, Söcking, Frieding, Etterschlag, Maising, Machtlfing, Hechendorf, Breitbrunn, Dietramszell, Weßling Güntering, Drößling sowie Neuhausen mit insgesamt 280 Mann nach Oberalting zum Feiern gekommen.

Nach und nach wurde der Feuerwehrdienst umorganisiert. Im Jahre 1899 legte man die Form der Brandmeldung neu fest: Einheimische Brände werden durch die große Kirchenglocke und auswärtige Brände durch die Sterbeglocke signalisiert. Zusätzlich gab es noch Hornisten, die den Brand bekanntgaben. 1906 wurde nach ersten Erfahrungen das Benachrichtigungssystem noch erweitert: drei Schüsse aus der gemeindlichen Signal-Kanone melden künftig einen Eisenbahn-Unfall an. 

Im Jahre 1906 stellt man auch eine erste Sanitätsabteilung zusammen. Dr. Hans Koerber, der leitende Arzt im Krankenhaus Seefeld, bildet die Gruppe mit einem Erste-Hilfe-Kurs für ihre neuen Aufgaben aus. Auch eine sechs Mann starke Rettungstruppe wird aufgestellt. 

Oft wird es zu einer Geldfrage, ab eine Anmeldung zu technischen Kursen oder Feuerwehrfesten erfoglen kann. So entscheidet der Stand der Vereinskasse, eine Teilnahme an Kursen oder Festen. Kaum ein Feuerwehrmann kann die Spesen in dieser Zeit selbst übernehmen. So können zum 25jährigen Gründungsfest der FFW Schäftlarn nur fünf Mitglieder mit einer angemessenen kleinen Entschädigung aus der Feuerwehrkasse für das Fest unterstützt werden. 

Der Erste Weltkrieg reißt große Lücken in die Reihen der Feuerwehrleute. 66 Kameraden leisten Kriegsdienst. Die Bilanz 1918: 8 Gefallene, 12 Verwundete, 1 Invalide.

Nur langsam normalisiert sich der Übungsbetrieb, der sicherlich Aufwind erhält, als 1919 von der Gemeinde eine mechanische Schiebeleiter als letzte technische Errungenschaft bereitgestellt wird (diese Leiter ist noch vorhanden).

Im Mai 1921 wurden die noch lebenden Gründungsmitglieder  Peter Koller, Johann Gutschon und Sebastian Hartl durch den Vorstand Johann Dallmeyr zu Ehrenmitgliedern ernannt.

Die seit 1873 zu Festen und Veranstaltungen mitgeführte Vereinsfahne wude 1904 durch eine neue Vereinsfahne ersetzt. Hierzu sammelte der Kommandant Josef Haberkorn eifrig mit seinen Leuten. Auch die Burschenschaft legte ihren Überschuß von 14 Mark aus der Maibaumfeier drauf. Beim sommerlichen Gartenfest zahlen auch die Mitglieder einen Beitrag von 50 Pfennigen für denselben Zweck.

Als es 1922 wieder einmal um den schlechten Besuch der Übungen geht, gibt es harte Rügen. Man ändert auch die Einstellung gegenüber dienstlich verhinderten Mitgliedern. Schriftführer Franz Krämer schreibt: „Von der Ausübung des Feuerwehrdienstes bei der FFW können sich künftig zum Dienste verpflichtete Mitglieder durch Geldspenden nicht mehr loskaufen“.

Doch die Veränderungen werden noch gravierender. Der gute alte Feuerwehrgruß „Gut Heil“ muss dem erstmals 1933 auftauchenden „Sieg Heil“ weichen. 1938 wird dann per Verordnung „der Vereinsstatur aufgehoben“ und die Freiwillige Feuerwehr in eine „polizeiliche Löschtruppe“ umfunktioniert. 

Ab 1943 muss eine ständige Wache durch eine Gruppe eingerichtet werden, um bei Fliegeralarm für Einsätze bereitzustehen.

Zum Kriegsende beklagt die FFW Oberalting 6 Gefallene. Der Feuerwehrmann Otto Baumgartner erledeit bei den Löscharbeiten nach dem Fliegerangriff vom 14. Juli 1944 auf München so schwere Verbrennungen, dass er diesen Verletzungen erliegt. Wehrführer Ludwig Lanzinger wird 1946 wiedergewählt und darf sich fortan wieder erster Vorstand nennen. In der ersten Nachkriegsversammlung berichtet er von 27 Alarm-Einsätzen zwischen 1944 und 1945, darunter dreimal auf dem Flugplatz Weichselbaum und einem Einsatz in München am 13. und 14. Juli 1944. 

Das Leben normalisiert sich langsam und ab Januar 1952 wird in der Gemeinde eine Feuerschutzabgabe eingeführt. 1959 erhält die Feuerwehr Oberalting z.B. B-Schläuche sowie eine neue Moterspritze.

Auch das gesellige Zusammensein gehört noch langer Zwangspause wieder zur Tradition des Vereins. Bei allen Treffen im Vereinslokal, die sich im Anschluss an die Übungen und Versammlungen ergeben, sind die Männer unter sich. Erst im Fasching bekommt die Feuerwehr weibliche „Hilfsmannschaften“, damit Tanz und Spass nicht zu kurz kommen. Vereinsvorstand Ulli Michl fördert in seiner 18jährigen Amtszeit auch besonders die persönlichen Beziehungen der Feuerwehrleute in geselligen Beisammensein. Er führt ab 1970 wieder die Weihnachtsfeier und Gartenfeste, ab 1974 den Vereinsfasching zusammen mit anderen Vereinen und später noch die Stadlfeste ein. 

Mit der Hundertjahrfeier der Feuerwehr im Juli 1969 steigt in Oberalting unter der Schirmherrschft des Grafen Toerring ein großes Fest. 51 Vereine mit 682 Männern feiern mit. 

Aber auch technisch tut sich fortan wieder einiges. Als im April 1970 ein neues Löschfahrzeug in Aussicht steht, bekommt die Raumfrage neue Aktualität. Im Lagerhaus der Raiffeisenbank findet sich 1973 eine vorübergehende Bleibe bis zur Fertigstellung des Neubaues in der Stampfgasse. Das Jahr 1976 bringt eine große Bereicherung für die Gemeinde: Auf Initiative des Kommandanten Hans Gotzler und des 1. Vorstandes Uli Michl schließen sich 26 Feuerwehrmänner zu einer Feuerwehr-Blaskapelle zusammen. Ab jetzt besitzt Oberalting eine ortseigene Blasmusik.

Auch im Ausbildungsbereich gibt es neue Aktivitäten. Auch die Jugendfeuerwehr macht fleissig mit. Kurse in Atemschutz und Erster Hilfe folgen. Zu den Übungstagen mit dem 1978 von der Gemeinde angeschafften Tanklöschfahrzeug braucht man die technisch interessierten Männer erst nicht lange zu bitten. Als dann 1980 die Einweihung des im Herbst 1979 übernommenen neuen Gerätehauses stattfindet, können Kommandant, Truppe und Vorstandschaft zufrieden auf das Geschaffene blicken. 

Für das 125jährige Gründungsfest im Juni 1994 wurde unter Vorstand Peter Schlecht ein Festausschuss gegründet. Dieser Ausschuss plante und organisierte weit über ein Jahr das große Jubiläum. An vier Tagen wurde gefeiert. Leider musste der große Festumzug wegen schlechter Witterung am Haupttag ausfallen. 

Seit 1999 ist Stefan Gumpp 1. Vorsitzender der FFW Oberalting-Seefeld. Bei den Wahlen in 2011 wurde Stefan Gumpp für weitere 4 Jahre als 1. Vorsitzender gewählt. Zum 1. Kommandanten wurde 2005 Harald Wagner gewählt. Bei der Wahl in 2011 wurde Harald Wagner erneut für weitere 6 Jahre als 1. Kommandant bestätigt.

Was leistet die Feuerwehr Oberaling-Seefeld in der jetzigen Zeit ? Vom altgewohnten Zimmer und Gebäudebrand bis zum Brand im Herrschinger Moos, dem Autobrand wird gelöscht, was im Einsatzgebiet ungewollt zum Brennen kommt. Nach Stürmen werden geknickte Bäume und Äste geschnitten, Dächer gesichert. Von Einfangen von entlaufenen Tieren, diversen Hochwassereinsätzen, Totenbergung bis zur Hilfe bei Autounfällen und Ölschäden steht vieles im Einsatz-Register. Eine ganz andere Verpflichtung der Öffentlichkeit gegenüber wird ebenfalls Jahr für Jahr gerne wahrgenommen: eine Abordnung der Freiwilligen Feuerwehr Oberalting-Seefeld nimmt an jedem Fronleichnamsfest teil. Bei mancher Veranstaltung anderer Vereine, bei Umzügen und auch bei den Festwochen hält die Freiwillige Feuerwehr ihre Position. Ganz besonders Stolz ist die Feuerwehr auf ihren bereits traditionellen Peter und Paul Markt. Dieser feierte 2004 sein 25jähriges Jubiläum. Auch die Feuerwehr selbst kann in 2004 auf ihr 130jähriges Bestehen zurückblicken.

Seit 23. März 2012 ist die Freiwillige Feuerwehr Oberalting-Seefeld im neuen Feuerwehrhaus im Jahnweg eingezogen.